DRITTE AUSGABE

LA NUEVA OLA
FESTIVAL DES SPANISCHEN UND LATEINAMERIKANISCHEN KINOS

24.–25.–26. November | Filmclub Bozen |

Die in diesem Jahr ausgewählten Filme bilden ein Mosaik aus wahren, intimen und kollektiven Geschichten, in denen sich individueller Mut mit den großen sozialen, historischen und kulturellen Spannungen unserer Zeit verwebt. Es handelt sich um Werke, die sich in Schauplatz, Stil und erzählerischer Sprache deutlich voneinander unterscheiden, aber von derselben Dringlichkeit getragen sind: der Notwendigkeit, jenen eine Stimme zu geben, die für Wahrheit, Würde und Gerechtigkeit kämpfen – oft gegen tief verwurzelte Systeme von Macht, Schweigen oder Gleichgültigkeit.

Filme in Originalsprache mit italienischen Untertiteln
Während der Vorführung werden Video- und Fotoaufnahmen gemacht.

FESTIVALERÖFFNUNG LA NUEVA OLA

Tickets:
Abendvorstellung: Vollpreis € 8,50 | Ermäßigt € 7,00
Tickets erhältlich an der Kasse oder online

24 November

Regie und Drehbuch: Iciar Bollain

Mit: Mireia Oriol, Urko Olazabal, Ricardo Gómez, Carlos Serrano, Lucía Veiga, Luis Moreno, Javier Gállego, Mercedes del Castillo, Font García

SOY NEVENKA

20:15 Uhr | Filmclub, Dr.-Streiter-Straße, Bozen

Im Jahr 2000 fand Nevenka Fernández den Mut, ihren Chef – den Bürgermeister einer Kleinstadt in der spanischen Provinz – wegen sexueller Belästigung anzuzeigen. In einer Zeit, in der kaum jemand den Mut dazu hatte, durchbrach ihre Stimme das Schweigen und riss eine Bresche in die Mauer der Straflosigkeit.
Der Fall Nevenka war nur der Beginn eines langen Kampfes gegen Isolation, Diskreditierung und ein patriarchales System, das bis heute Macht schützt. Icíar Bollaín liefert ein viszerales und notwendiges Werk, das die Schattenseiten der Gesellschaft beleuchtet und einer Frau Würde zurückgibt, die einen hohen Preis dafür gezahlt hat, die Wahrheit zu sagen.

Quizás no soy Dios

17:00 Uhr | Libreria Cappelli

„Quizás no soy Dios – Crónicas de un gato“ ist die spanische Übersetzung des Buches Vielleicht bin ich nicht Gott – Chroniken einer Katze, das 2024 von Stefania Gander geschrieben und von Gander Book veröffentlicht wurde.
Wer hätte noch vor einem Jahr gedacht, dass dieser Roman in gleich fünf Sprachen übersetzt werden würde, die Bestsellerlisten erklimmen und sogar in Spanien einen Platz in der Top 50 der meistverkauften Bücher erobern würde? Darüber sprechen wir am 24. November um 17:00 Uhr in der Libreria Cappelli, gemeinsam mit der Autorin Stefania Gander und der Übersetzerin Sofía Sánchez. Zwischen Anekdoten, Lachen und spannenden Geschichten erwartet euch eine unvergessliche Begegnung, um die drei Festivaltage von La Nueva Ola gebührend zu eröffnen!

¡Nos esperamos! / Wir freuen uns auf euch!

25 November

Eintritt frei – Anmeldung erforderlich – Plätze begrenzt

LAB – Lengua, Arte y Bienestar

17:00 Uhr | Multisprachzentrum im Trevi Zentrum in Bozen

Ein erlebnisorientiertes und informelles Workshop, geleitet von Sofia Sanchez und Irene Visentini, in dem sich die spanische Sprache mit den Emotionen, Themen und Geschichten der Nueva Ola verwebt – und uns zugleich dazu einlädt, über Beziehungen, Macht und unsere Art der Kommunikation nachzudenken.
Durch dynamische Aktivitäten, Sprachspiele und Dialogmomente werden die Teilnehmenden dazu angeregt, die Sprache als eine echte kulturelle Reise zu erleben: nicht nur als Worte, sondern auch als Gesten, Klänge, Emotionen und authentische Verbindungen. Gemeinsam erforschen wir, wie Frauen und Männer miteinander in Beziehung treten, wie wir Macht ausüben oder erfahren und wie wir unsere Perspektive respektvoll ausdrücken können – indem wir die richtigen Worte finden, um fair, offen und authentisch zu kommunizieren.
So entsteht die Gelegenheit, Spanisch auf eine neue, spielerische, kreative und inspirierende Weise zu entdecken – getragen von der Atmosphäre, der Musik und dem Kino der spanischsprachigen Welt.

26 NOVEMBER

BUCHVORSTELLUNG
Cuba, mi cubita linda

17:30 Uhr |  Biblioteca del Mondo – via Macello 50

Eine Reise in die Seele Kubas – zwischen Erinnerungen, Begegnungen und Gedanken. Patrizio Piccioni führt uns durch Gesichter, Klänge, Widersprüche und Poesie und zeichnet dabei ein authentisches Porträt einer Insel, die zwischen Erinnerung und Gegenwart schwebt.

Vom Alltag bis zu den tropischen Landschaften, von der Küche bis zur Musik, von der Politik bis zur Religion verwebt der Autor persönliche Erlebnisse mit kollektiver Erinnerung.
Eine einzigartige Gelegenheit, Kuba durch die neugierigen und leidenschaftlichen Augen eines Menschen zu entdecken, der die Insel vom ersten Moment an geliebt hat – moderiert vom argentinischen Regisseur Santiago Garrido Rua.

Regie Álex Montoya

Drehbuch: Álex Montoya, Joana M. Ortueta

Mit: David Verdaguer, Luis Callejo, Óscar de la Fuente, Olivia Molina, María Romanillos, Lorena López, Marta Belenguer, Jordi Aguilar, Tosca Montoya e Miguel Rellán.

LA CASA (DAS HAUS)

ore 20:15  | Filmclub via dr. Streiter, Bolzano

Nach dem Tod des Vaters kehren drei Geschwister in das Haus ihrer Kindheit zurück.
Sie haben vor, es zu verkaufen und jeweils ganz unterschiedliche Wege einzuschlagen. Doch während in jeder Ecke Erinnerungen aufleben, wächst in ihnen die Angst, sich von der Vergangenheit zu lösen – und zugleich das Bedürfnis, wieder zueinanderzufinden.
Als letzter Gruß an den Vater könnte noch Zeit bleiben, die verlorene Zeit nachzuholen, und das Haus könnte zum Zeugen neuer Geschichten werden.

Eine Adaption der gleichnamigen Graphic Novel von Paco Roca.
Mit einem bittersüßen Ton, durchzogen von feinem Humor, erzählt La casa von Familie, Erbe und dem unaufhaltsamen Vergehen der Zeit – stets beobachtet vom stillen Blick des Hauses als Zeuge.

Wer hat nicht schon familiäre Konflikte erlebt, wenn das verbindende Element der Eltern fehlt?
Und wer hat sich nicht über die Aufteilung oder Verwaltung eines versprochenen Erbes gestritten?
Genau davon handelt La casa, das sich fast ausschließlich in einem einzigen Haus und über wenige Tage hinweg abspielt.

Drei Geschwister – meisterhaft gespielt von David Verdaguer (frisch ausgezeichnet mit seinem zweiten Goya für Saben aquell), Lorena López (ein valencianisches Talent, das man im Auge behalten sollte) und Óscar de la Fuente, der der unangenehmsten Figur der Geschichte große Intensität verleiht – treffen sich nach dem Tod ihres Vaters (Luis Callejo), um zu entscheiden, ob sie das Sommerhaus verkaufen oder ob eines von ihnen es behalten soll.

Wie so oft in solchen Momenten verwandelt sich das Wiedersehen in eine Konfrontation:
Alte Grolls, Neid, Rivalitäten und vor allem nie überwundene Rollen, die bis in die Kindheit zurückreichen, kommen wieder zum Vorschein.

Ein Werk, das uns in eine universelle und tiefgehende Welt führt, in der Schmerz und Erinnerungen aufsteigen – und die bewegenden, traurigen und vielschichtigen Momente unserer familiären Beziehungen wachruft.

PÚBLICO JOVEN

Das von La Nueva Ola vorgeschlagene Labor beginnt mit der Vorführung des Kurzfilms „Cazatalentos“, eines kleinen Films voller Magie und Sensibilität. Er wird zum Ausgangspunkt, um gemeinsam die spanische Sprache und die Sprache der Emotionen zu erkunden. Die folgenden Geschichten und Aktivitäten sind keine einfachen Momente der Unterhaltung, sondern wahre Gelegenheiten des Wachstums – Momente, in denen man lernt zuzuhören, sich auszudrücken und die eigenen Gefühle zu erkennen. Durch Lesen, Spielen, Bewegung und geteilte Momente der Ruhe können die Kinder eine neue Sprache entdecken – die der Worte und die des Herzens. Dieses Projekt möchte einen ruhigen und anregenden Raum schaffen, in dem Neugier, Fantasie und Zuhören zu Werkzeugen des Wachstums werden. Denn eine Sprache zu lernen bedeutet auch, sich selbst und andere kennenzulernen – mit Empathie und Staunen. Das Projekt wird in Kindergärten und Grundschulen durchgeführt und bietet Kindern unterschiedlichen Alters einen Lernweg, der ihren Bedürfnissen und Lernweisen entspricht – im Respekt vor dem individuellen Rhythmus und der Sensibilität jedes Einzelnen.

Vorführung des Kurzfilms Cazatalentos: Bester animierter Kurzfilm

Dominique war einst der angesehenste Talent-Scout von Paris, doch nun ist er nur noch ein Schatten seiner selbst … bis er Sofia entdeckt, eine spanische Flamenco-Tänzerin, die während des Spanischen Bürgerkriegs nach Frankreich emigriert ist und das Geheimnis des größten Talents der Geschichte in sich trägt.

Regie: José Herrera

Drehbuch:José Herrera

Auszeichnungen:

  • Premio Goya 2019: Miglior cortometraggio di animazione
  • Festival de cine europeo de Sevilla: Premio Speciale Miglior Animazione

Märchen zum Zuhören: Emotionen und Achtsamkeit für Kinder

Ein Workshop für Kinder von 3 bis 8 Jahren, der die Erzählkunst und den Zauber der spanischen Sprache mit der Entdeckung der Emotionen durch Spiel und Achtsamkeit verbindet. Die Geschichten und Aktivitäten finden vollständig auf Spanisch statt und bieten den Kindern eine erste spielerische und sinnliche Begegnung mit einer neuen Sprache – begleitet von Momenten der Ruhe, des Zuhörens und der Achtsamkeit. Eine Gelegenheit, mit der Fantasie zu reisen, sich selbst und anderen zuzuhören und die Magie der Worte in einer ruhigen und einladenden Atmosphäre zu erleben.

Workshop-Leitung: Sofía Sanchez von Studio Comune